Das Land Nicaragua, allgemeine Informationen
Ein Land lässt sich nicht nur in Zahlen beschreiben. Wir versuchen deshalb euch einen kleinen Überblick über Nicaragua zu geben.
Wen die genaueren Zahlen und Fakten interessieren, kann diese am besten auf der Seite des Auswärtigen Amtes nachlesen.
Was ist so besonders an Nicaragua?
Man wird von den meisten Menschen sehr freundlich empfangen. Die StraßenverkäuferInnen preisen lautstark ihre Waren an, Hunde und Schweine rennen durch die Straßen, ausgediente nordamerikanische Schulbusse holpern völlig überfüllt durch Schlaglöcher. Feuchtschwüle Luft im Süden, staubige Straßen im Norden.
Als Kontast dazu die Shopping-Mall MetroCentro im Herzen von Managua, moderne Hühnerzuchtfarmen, die vielen Pick-ups und panamerikanischen Lastwagen auf den Straßen.
Man kann Nicaragua schlecht als Ganzes beschreiben - der Norden ist anders als der Süden, der Westen anders als der Osten. Im Süd-Osten gibt es große Tropenwälder, und nahezu tägliche Regenfälle während der Norden im Allgemeinen trocken ist. Die Durchschnittstemperatur in Nicaragua liegt bei 28° C wobei es im Norden meist wärmer ist als im Süden.
Nicaragua ist mit 129.494 km² das größte Land Mittelamerikas und eines der ärmsten in Lateinamerika. Im Westen, an der Pazifikküste, liegen die großen Industriezentren und Städe Nicaraguas, so auch die Hauptstadt Managua. In dieser Region leben fast 90 Prozent der etwa 5 Millionen Einwohner, während das Gebiet an der Karibikküste dünn besiedelt ist.
Während in den meisten Regionen nur Spanisch gesprochen und so gut wie kein Englisch verstanden wird, spricht ein Großteil der Bevölkerung der Karibikküste Creollo, das karibische Englisch. Ebenfalls an der Karibikküste gibt es Regionen, in denen vor allem die Indigenasprachen wie Miskito, Sumo und Rama gesprochen werden.
In Nicaragua gibt es zwei Große Seen, den Nicaraguasee und den Managuasee. Daneben gibt es noch unzählige Flüsse, kleine Seen, Lagunen… Im Nicaraguasee, dem Größeren der beiden gibt es eine große Insel, die aus zwei Vulkanen besteht (Ometepe). Sie ist Teil einer Vulkankette, die Nicaragua durchzieht. (Deswegen wird Nicaragua auch das Land der Seen und Vulkane genannt)
Bezahlt wird in Nicaragua mit dem Córdoba Oro.
Die größten Probleme in Nicaragua sind Armut und fehlende Perspektiven, besonders im bezug auf Bildung und Arbeit. Es gibt große Arbeitslosigkeit und eine Schulbildung ist oft nicht möglich, da den Familien die nötigen finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen. Viele verdienen ihr Geld im informellen Sektor, als Straßenhändler an Kreuzungen, in Bussen, auf dem Markt unter unsicheren und oft gefährlichen Bedingungen. Andere emigrieren nach Costa Rica, Mexiko oder in die USA und schicken ihren Familien regelmäßig Geld. Diese „Remesas" machen inzwischen einen beachtlichen Teil des Staatseinkommens aus.
Das nicaraguanische Nationalgericht Gallo Pinto (Reis mit roten Bohnen) wird in vielen Familien täglich ein bis drei mal serviert, mit Tortilla, Fleisch, Fisch, Gemüse, Kochbananen oder pur. Weitere Spezialitäten sind Nacatamales (in Bananenblättern gekochter, mit Fleisch, Reis und Gemüse gefüllter Maisbrei), Baho (Fleisch mit gekochten Kochbananen), Enchiladas (unterschiedlich gefüllte Maistaschen) und diverse Guisos (Gemüse in Soße). Einige ehemalige Freiwillige importieren Bohnen, um hier den legendären Gallo Pinto nachzukochen. Außerdem gibt es viele leckere Früchte, wie Kokosnüsse, Ananas, Guaven, Mangos, Bananen und viele andere mehr.
Nicaragua wird nicht nur das Land der Seen und Vulkane genannt, sondern auch das Land der Dichter. Der bekannteste Schriftsteller Nicaraguas war der Dichter Ruben Darío. Noch lebende bekannte Schriftsteller sind Gioconda Belli und Sergio Ramírez. Das berühmteste Werk der nicaraguanischen Literatur ist das Theaterstück „El Güegüense“ aus dem 16. Jahrhundert, das als eines der ältesten "modernen" Theaterstücke Amerikas gilt.
Folkloristische Musik hat einen sehr hohen Stellenwert in Nicaragua. Bei fast allen Anlässen werden Folkloretänze aufgeführt, sei es in Schulen, am Nationalfeiertag oder bei Empfängen von Gästen. Als eines der wichtigsten Instrumente der nicaraguanischen Musik gilt die Marimba, eine Art Xylophon.
